Heu oder Stroh – was ist der Unterschied?

Heu oder Stroh – was ist der Unterschied?

Heu ist Futter, Stroh ist Einstreu. Das ist die kurze Antwort – und in den meisten Fällen reicht sie. Heu besteht aus getrockneten Gräsern und Kräutern von der Wiese und landet im Futternapf. Stroh sind die getrockneten Halme von Getreide, die nach dem Drusch übrig bleiben, und landet auf dem Boden des Geheges oder im Beet.

Wer genauer hinschaut, merkt aber schnell: So sauber lässt sich das nicht immer trennen. Beides sieht getrocknet ähnlich aus, beides riecht nach Sommer, und im Zoohandel liegen die Säcke nebeneinander. Wir erklären dir den Unterschied – und wofür du was wirklich brauchst.

Heu und Stroh im Vergleich

Heu Stroh
Woraus Gräser und Kräuter von der Wiese Halme von Getreide, meist Gerste oder Weizen
Wann geerntet Sommer, wenn die Wiese blüht Nach der Getreideernte, wenn die Körner heraus sind
Farbe Grün bis gelbgrün, je nach Schnittzeitpunkt Goldgelb bis blass
Nährwert Grundfutter für viele Tiere Kaum Nährwert, hauptsächlich Rohfaser
Wofür Futter Einstreu, Mulch, Beetabdeckung

Was ist Heu genau?

Heu entsteht, wenn eine Wiese gemäht und das Mähgut auf dem Feld getrocknet wird. Alles, was auf der Wiese wächst, ist danach im Heu: Gräser, Kräuter, Blüten. Deshalb schmeckt und riecht Heu von jeder Wiese anders – eine artenreiche Wiese ergibt ein ganz anderes Heu als eine, auf der nur ein oder zwei Grassorten stehen.

Der Schnittzeitpunkt entscheidet mit. Früh gemähtes Heu ist grüner und eiweißreicher. Spät gemähtes Heu ist gelblicher und rohfaserreicher, weil die Pflanzen schon weiter gereift sind. Wer Heu aus dem Discounter kennt, wundert sich manchmal über die Farbe unseres Heus – das liegt an der späten Mahd.

Bei uns wächst das Heu auf den Wiesen im Wiesmet, einem Natura-2000-Gebiet im Fränkischen Seenland. Wir mähen dort erst, wenn die Jungvögel der Wiesenbrüter flügge sind, und arbeiten mit dem Messerbalken statt mit dem Kreiselmäher. Diese Wiesen sind pestizidfrei und ungedüngt. Im Heu findest du deshalb Schafgarbe, Spitz-Wegerich, Wiesenknopf, Wilde Möhre und Labkräuter.

Was ist Stroh genau?

Stroh fällt bei der Getreideernte an. Wenn der Mähdrescher über das Feld fährt, trennt er die Körner von der Pflanze. Was übrig bleibt – die trockenen Halme – wird zu Stroh gepresst. Die Nährstoffe stecken im Korn, nicht im Halm. Deshalb ist Stroh kein Futter.

Dafür kann Stroh etwas anderes gut: Es ist hohl und saugt Feuchtigkeit auf. Genau das macht es zur klassischen Einstreu. Es hält den Boden im Gehege trocken, wärmt und lässt sich gut zusammenschieben. Und weil die Körner ausgedroschen sind, keimt im Beet später nichts nach.

Unser Stroh kommt von den eigenen Gerstenfeldern im Altmühltal, direkt vom Hof. Anders als die Heuwiesen sind das normale Ackerflächen – ohne Naturschutzstatus, aber mit demselben kurzen Weg zu dir.

Wofür brauchst du was?

Kaninchen, Meerschweinchen und andere Nager

Du brauchst beides. Heu ist das Grundfutter und sollte den ganzen Tag über verfügbar sein. Stroh kommt als Einstreu auf den Boden. Beides zu vertauschen funktioniert nicht: Stroh im Napf sättigt nicht, Heu am Boden wird schnell feucht und matschig.

Für den Napf passen unser Kräuterheu Premium mit hohem Kräuteranteil oder das etwas grasigere Naturwiesenheu Basic. Für den Boden gibt es Kleintier Einstreu aus Stroh oder – wenn es besonders saugstark und staubarm sein soll – Einstreupellets.

Pferde

Auch hier ist Heu das Raufutter und Stroh die Einstreu. Bei Pferden spielt der Schnittzeitpunkt eine größere Rolle als bei Nagern, weil spät gemähtes Heu rohfaserreicher und zuckerärmer ausfällt. Wenn dein Pferd besondere Ansprüche hat, sprich das am besten mit deiner Tierärztin ab.

Im Garten

Hier dreht sich das Bild. Im Beet ist Stroh meist die bessere Wahl: Strohmulch hält die Erde feucht, bremst Beikraut und hält Erdbeeren sauber vom Boden fern. Und weil das Getreide ausgedroschen ist, bringst du dir keine Samen ins Beet.

Loses Heu dagegen enthält Wiesensamen – im Beet keimt das nach. Wer trotzdem die Kräutervielfalt der Wiese im Garten haben möchte, greift zu unseren Heumulch Pellets: gepresst aus mindestens 50 % Wiesenbrüterheu und eigenem Gerstenstroh, dosierbar und ohne Plastiksack.

Häufige Fragen

Kann ich meinem Kaninchen Stroh füttern?
Ein paar Halme im Gehege sind unproblematisch, ersetzen aber kein Heu. Stroh liefert kaum Nährstoffe – als Futtergrundlage ist es nicht geeignet.

Kann ich Heu als Einstreu nehmen?
Möglich, aber unpraktisch. Heu saugt schlechter, wird schneller feucht und ist teurer als Stroh. Für den Boden ist Stroh die sinnvollere Wahl.

Woran erkenne ich gutes Heu?
Es sollte angenehm nach Wiese riechen, trocken und locker sein und beim Auseinanderziehen nicht stauben. Muffiger Geruch oder graue Stellen sind ein Warnzeichen.

Warum ist euer Heu gelblicher als anderes?
Weil wir spät mähen – erst wenn die Wiesenbrüter ihre Jungen großgezogen haben. Das Heu ist dadurch reifer und rohfaserreicher. Die Farbe ist kein Qualitätsmangel, sondern ein Zeichen für natürliches und sehr rohfaserreiches Heu.  

Am einfachsten: beides ausprobieren

Wenn du dir unsicher bist, wie unser Heu und unser Stroh in echt aussehen und riechen, gibt es die Probepackung Naturwiesenheu & Stroh – beides in handlicher Menge in einem Karton. Wer schon weiß, was er braucht, fährt mit dem Kräuterheu & Einstreu-Set günstiger, weil nur einmal Versand anfällt.

Und wenn du Fragen hast, die hier nicht beantwortet sind: Schreib uns einfach :)

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Naturwiesenheu aus dem Wiesmet

Unser Heu wächst auf den ungedüngten, pestizidfreien Kräuterwiesen im Natura-2000-Gebiet Wiesmet. Gemäht wird spät und mit dem Messerbalken – erst wenn die Jungvögel flügge sind. Getrocknet wird es nur von Sonne und Wind, ohne Zusätze. Erhältlich in 2, 4 und 7 kg im Karton, plastikfrei.

Wiesenbrüterfreundliche Ernte

Stroh-Einstreu vom eigenen Acker

Unser Gerstenstroh kommt von den Feldern unseres Familienbetriebs im Fränkischen Seenland. Geschnitten, staubarm und im Karton statt im sperrigen Ballen – saugfähig, geruchsbindend und danach kompostierbar.